Wenn der Himmel so grau ist, dass er zu verschwinden scheint, dass er die übrige Welt aufzusaugen scheint, einfach so, dann ist das jedes Mal einer kleiner Untergang. Dieser Regen, der geräuschlos auf die Dächer fällt und Jacken unbemerkt durchdringt, dann einen feuchten Film auf der Haut bildet, der auch nach warmem Duschen nicht verschwindet. Dieser Regen, die FSK-12-Version von Hoffnungslosigkeit. Wenn alles schwarz-weiß scheint, ein bisschen wie eine alte Fotografie von Paris, nur dass in Paris die Sonne scheint, wenn sich in den Rinnsalen zwischen den Pflastersteinen nichts spiegelt außer der eigene Verdruss. Im Regen werden alle Katzen nass. Darum bleiben sie lieber zuhause vor dem Kamin und verbrennen sich den Schwanz. Wenn es gerade kalt genug ist, gerade so kalt, dass eine Beschwerde über die Kälte gerechtfertigt ist, wenn es gerade reicht für aufgesprungene Lippen, aber noch nicht für heißen Kakao. Wenn alles vorbeizieht ohne Kontur anzunehmen, das Gefühl etwas Großes zu verpassen, wenn alles sich auflöst, verschwindet im Einheitsgewölk des Himmels, selbst dann sind die Menschen nicht ehrlicher zueinander als sonst.
ma.zo | 28. Februar 12 | 0 Kommentare
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